Evgenia Panteleeva-Stammen (links) und Nancy Aris stellen die Geschichte und das Imperium des Buchhalters Adolph Datten vor. (Foto: Alex Sorokin)Als der Naumburger Buchhalter Adolph Dattan in letzten Drittel des 19. Jahrhunderts sein erstes Kaufhaus „Kunst & Albers“ – das erste deutsche Kaufhaus überhaupt – in Wladiwostok eröffnete, war die kaufmännische Welt nach Osten noch offen und zugänglich. Diese dem Roman der Historikerin und Russlandkennerin Nancy Aris zugrundeliegende Figur der Geschichte hatte ein ganzes Handelsimperium geschaffen, bevor er 1914 – im Zuge des Ersten Weltkriegs und den folgenden politischen Wirren – aus kaum bekannten Gründen in die Verbannung geschickt worden ist.

CELLE. Ein Stoff, den sich eine geschichtsbegeisterte Wissenschaftlerin nicht entgehen lassen kann: Nancy Aris hat sich auf Recherche begeben und aus ihren Aufzeichnungen zunächst den Band „Passierschein bitte – Nachtnotizen aus Wladiwostok“ zusammengefasst und veröffentlicht. Aus den zusammengetragenen Fäden entstand daraus ein Roman: „Dattans Erbe“ – mit dem die Autorin aktuell auf Lesereise ist. Auf Einladung der Deutsch-Russischen Gesellschaft Celle hat sie am Wochenende in Kunst & Bühne eine Kostprobe des Buches in Celle vorgestellt:

Natalia Wlassova (Sopran), Margarita Krassova (Mezzosopran und Klavier) und Michail Welikanov (Bariton)Von frühchristlichen Gesängen aus dem mittelalterlichen Byzanz über Bortnjanskis „Ich bete an die Macht der Liebe“ bis zu populären Opernarien von Mozart erstreckte sich das Programm der „St. Petersburger Solisten“ am Donnerstag in der Evangelisch-reformierten Kirche.

CELLE. Charmant und hintergründig informativ moderiert von Evgenia Panteleeva-Stammen, Vorsitzende der veranstaltenden Deutsch-Russischen Gesellschaft, wussten Natalia Wlassova (Sopran), Margarita Krassova (Mezzosopran und Klavier) und Michail Welikanov (Bariton) das Publikum mit ihren professionellen Vorträgen derart zu begeistern, dass sie am Ende mit stehenden Ovationen bedacht wurden.

Zu einem angeregten Informationsaustausch kamen der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, Dr. Jörg Nigge, und Mitglieder der DRG - Celle am 2. Juni zusammen.
Neben dem aktuellen Vorstand unter Leitung von Evgenia Panteleeva-Stammen waren auch langgediente Mitglieder anwesend, die Dr. Nigge einen umfangreichen und lebendigen Einblick in die erfolgreiche Geschichte der Gesellschaft gaben. So berichtete u. a. der Ehrenvorsitzende und Mitbegründer Peer Tiemer  von den Jahren der intensiven Partnerschaft mit der sibirischen Erdöl-Metropole Tjumen.  Aber auch die aktuellen wirtschaftlichen Einschränkungen (Stichwort Sanktionen), die beiden Regionen zusetzen, fanden Beachtung. Gemeinsam kamen die Anwesenden zu dem Ergebnis, dass sich hier ein großes Entwicklungspotenzial - auch für die Stadt Celle – im Dornröschenschlaf befindet.

Am Freitag, 20. Mai, war der Honorarkonsul der Russischen Föderation, Heino Wiese aus Hannover, zu Gast bei der Deutsch-Russischen Gesellschaft Celle. Im Rahmen eines Dialog-Vortrages berichtete er im Beckmann-Saal über seine Tätigkeit und stellte sich den Fragen der Zuhörer.

Nach der Eröffnung des Abends durch die Vorsitzende der DRG-Celle, Evgenia Panteleeva-Stammen, begrüßte auch Oberbürgermeister Dr. Dirk Ulrich Mende seinen langjährigen Partei-Weggefährten Heino Wiese. In seinem Grußwort betonte Mende die langjährigen intensiven Beziehungen zwischen Celle und Tjumen und zeigte sich gespannt auf die weiteren Entwicklungschancen.

Der gut gelaunte und engagierte Heino Wiese begann seinen Vortrag mit persönlichen Erinnerungen an Celle, ging aber schnell über zu dem eigentlichen Thema des Abends: die deutsch-russischen Beziehungen in der Gegenwart.