Knabenchor St. PetersburgAm 03.12.2019 gab der Knabenchor Sankt Petersburg unter Leitung von Wadim Ptscholkin in der katholischen Hauptkirche St. Ludwig vor mehr als 230 Gästen sein diesjähriges Weihnachtskonzert. Ein insgesamt gelungenes Konzert

Eine ausgewogene und bunte Mischung von Kirchen- und Weihnachtsliedern begeisterte das Celler Publikum. Die 45 jungen Sänger gaben nach ihrem hervorragenden Auftritt im Vorjahr nun bereits zum zweiten Male auf Einladung der Deutsch-Russischen Gesellschaft Celle e.V. ein Konzert in der Stadt.

Am Freitag, den 22. November fand der "Bunte Abend" statt. Organisiert wurde das Treffen für Russland Interessierte durch die Deutsch-Russische Gesellschaft. Im Haus der Vereine am Hafen wurde für den Abend ein gemütlicher Raum reserviert.
16 Gäste wurden durch die Leiterin der Gesellschaft Frau Panteleeva-Stammen herzlich begrüßt.
Als erster nahm das Wort Frank Neumann. Er ist mehrmals im Jahr geschäftlich und privat in Russland und Weißrussland unterwegs. Herr Neumann räumte ein, dass der Unionstaat zwischen den beiden Ländern ist keineswegs mit der Neubildung einer Sowjetunion gleichzusetzen. Er verwies auch auf die aktuelle politische Situation mit den Parlamentswahlen und der Ankündigung des Präsidenten von Weißrussland Herrn Lukaschenko seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2020 erneut zu stellen. Lukaschenko ist seit 24 Jahren Präsident des Landes.
In Weißrussland betreibt Herr Neumann die Ahnenforschung von seiner angeheirateten Verwandtschaft und wundert sich, dass der Zugang zu Archivmaterialien so problemlos geschieht. Er wies darauf hin, dass es seit Kurzem möglich ist, nach Weißrussland ohne Visum einzureisen, wenn man das Limit von 30 Tagen nicht überschreitet und die Grenzen zu den Nachbarländern nicht überquert. Er animierte die Ruhe und Weite Suchenden nach Weißrussland zu fahren und bot schmunzelnd eine Gastarbeiterstelle auf den Kartoffelnfeldern seiner Verwandtschaft.
Frank Neumann unterstrich, dass während seiner Reisen in beide Länder er 400 bis 1000 km an einem Tag zurücklegen kann. Er bedauerte, dass die Entwicklung der russischen Provinz nicht schnell genug vorangeht, verglichen mit den Großstädten und den beiden Weltmetropolen Moskau und St.Petersburg.

Am 8.12. erlebte das Celler Publikum ein kulturelles Ereignis besonderer Art. Aus Venedig des Nordens kam der St. Petersburger Knabenchor und trat mit fulminantem Erfolg im Beckmann-Saal auf.
Der Knabenchor gibt traditionell in der Adventszeit Gastspiele in Deutschland. 41 Knaben und junge Männer vertreten insgesamt 120 Mitglieder des Chores, die seit 25 Jahren liebevoll und mit fester Hand von dem Chorleiter Wadim Ptscholkin durch die Musikwelt geführt werden. Der jüngste Sänger ist gerade 10 Jahre alt geworden, der älteste ist 27.
Die Moderatorin Frau Panteleeva-Stammen lobte die Jungs für außerordentliches Talent und ihre Diszipliniertheit. Die Kinder müssen während dieser mehrwöchigen Tournee Schulaufgaben erledigen. Dabei schlüpft der Dirigent in die Rolle des Lehrers in verschiedenen Fächern: Mathematik, Russisch, Fremdsprachen. Herr Ptschjolkin hat 1996 das St. Petersburger Konservatorium absolviert und trat während des Konzerts nicht nur als Dirigent sondern auch als großartiger Klavierbegleiter auf.